30 November 2017

Frage zur Inspiration: Welche Orte nennst Du …

… Zuhause oder Heimat?




Was macht oder machte für Dich diese Orte zu einem Zuhause?

Was für ein Gefühl ist das, wirklich zuhause zu sein?

Oder ist es auch ein Bereich, eine Welt in Deinem Inneren?

Kannst auch Du einem anderen Menschen ein Zuhause geben?


Mit diesem Türchen endet nun der November-Kalender der Lebenslilie. Hoffentlich war auch etwas Entspannendes, Entschleunigendes oder Inspirierendes für Dich dabei und hat Dir den düsteren Herbstmonat ein wenig angenehmer gestaltet. Mir hat es Freude bereitet, Dich zu begleiten und auch für mich Dinge zu sammeln, die den November ein bisschen aufgehellt haben.

Hab eine schöne Adventszeit mit genügend Gelegenheiten für gemütliche Pausen und inspirierte Gedanken.
Bis bald…

Deine Lebenslilie


Noch mehr Anregungen, um die Welt einmal mit anderen Augen zu betrachten, findest Du unter der Rubrik „Inspiration“. Und falls Du Lust hast, noch mehr Tipps gegen den Blues in der dunklen Jahreszeit zu lesen, könnte Dir auch "Gut gegen Novemberblues" und "4 Tipps zum schnellen Durchwärmen" gefallen.

29 November 2017

Der Geschichtenerzähler

Wie man Geschichten erzählen soll?
So, dass sie einem selbst helfen.

Mein Großvater war lahm. Seine Beine hatten wenig Kraft und waren steif geworden vom Ruhen. Einmal bat man ihn, doch eine Geschichte von seinem Lehrer zu erzählen. Er überlegte einen Moment und legte den Kopf auf die eine und dann auf die andere Seite. Dann zog ein Leuchten über sein Gesicht. Er begann zu berichten, wie der große Baalschem beim Beten zu hüpfen und zu tanzen pflegte. Sehr ungewöhnlich für einen berühmten Lehrer.

Mein Großvater stand also auf und erzählte von dem großen Mann. Er deutete nur an, machte ein paar Bewegungen mit den Händen und den Armen. Dann fuhr immer mehr Kraft in seinen Leib und es war anschaulich und eine Freude, die Geschichte zu hören und zu sehen. Seine Erzählung riss ihn derart hin, dass er hüpfend und tanzend vorführen musste, wie der Meister es seinerzeit getan hatte. Alle sollten verstehen, wie Baalschem betete.

Und von der Stunde an war er geheilt.
So soll man Geschichten erzählen!

Nach einer chassidischen Legende


Wenn Dir allerlei weise und unterhaltsame Erzählungen und dergleichen gefallen, findest Du unter "eine Geschichte lesen" noch viel mehr Lesefutter.

28 November 2017

Gedicht "Novembertag" von Clara Müller-Jahnke




Novembertag

Geht ein sonnenloser Tag
wiederum zur Neige,
und der graue Nebel tropft
durch die kahlen Zweige. 

Leise atmend ruht die See,
müde, traumumsponnen ...
eine Woge, schaumgekrönt,
ist im Sand zerronnen.

Clara Müller-Jahnke



Und hier noch einmal zum Weiterschenken als Bild...




Mehr Poesie mit Bildern aus der Natur findest Du unter "ein Gedicht lesen".


27 November 2017

Herbstzauber in der Natur

So spät der Herbst schon ist, so zauberhaft kann er noch sein. Es gibt so viel zu entdecken in der Natur: Bunte Blätter, funkelnde Tautropfen und Bäume, die wie zum Tanz ihre Stämme und Äste in den Himmel recken.

Wenn man genau hinschaut, kann man bei einigen Pflanzen sogar entdecken, dass sie schon ihre Samen angelegt haben. Für den Nachwuchs im kommenden Jahr hat Mutter Natur auch schon gesorgt.

Dass das Wandern und Spazieren in der Natur förderlich auf die Gesundheit wirkt, ist ein Allgemeinplatz. Die Forschung macht u.a. die Terpene in der Waldluft dafür verantwortlich.

Zudem reagieren wir Menschen sogar auf den Anblick von Grün und blauem Himmel mit einem leicht gestärkten Immunsystem. Er wirkt sich zusätzlich positiv auf die Stimmung aus.

Die Farben grün und blau geben ein Signal an sehr alte Anteile des menschlichen Bewusstseins, dass wir uns in einem gesunden Lebensraum befinden, der uns nährt und beheimaten kann.

Also, tu doch gleich etwas für Deine Gesundheit und genieße diese Herbstbilder von einem Spaziergang am vergangenen Wochenende im ausgehenden Herbst.

Klicke gern auf die Bilder, um sie zu vergrößern...























Noch mehr Naturfotos findest Du in der Bildergalerie unter Bäume, Blätter, Blumen und Blüten und noch weiteren Rubriken.

26 November 2017

"Clair de Lune" - Musik und Gedicht in einer besonderen Interpretation

Als das wohl berühmteste Stück aus der Suite Bergamasque von Claude Debussy gilt „Clair de Lune“. Es klingt zart und geheimnisvoll – ist Musik gewordene Poesie.

Es wird angenommen, dass das Gedicht „Clair de Lune“ (1869) von Paul Verlaine eine Vorlage dazu gewesen sein könnte. Debussy hatte es als Lied vertont und so könnte eine weitere Anlehnung daran naheliegen.

Was jedoch genau in Claude Debussy vorgegangen ist, als er dieses besondere Stück komponierte, vermochte er vielleicht sogar selbst nicht zu sagen. Im Schöpfungsprozess der Musik liegt einfach auch Magie. Er selbst soll einmal geäußert haben:

"Wir sollten uns immer daran erinnern, dass die Schönheit eines Kunstwerks etwas ist, das immer mysteriös bleiben wird; man sagt, man könne niemals genau herausfinden „wie es entstanden ist“. Lassen Sie uns unter allen Umständen dieses Element der Magie bewahren, das das Eigentümliche an der Musik ist. Es liegt in der Natur der Musik, etwas Magisches zu enthalten, noch mehr, als bei jeder anderen Kunstform."

In einer träumerischen, eigenen Interpretation stellte die Pianistin Khatia Buniatishvili das Klavierstück 2014 vor. Sie lässt es entspannt atmen und außergewöhnlich schimmern. Die in Paris lebende Georgierin gilt als ein neuer Stern am Klassikhimmel und erhielt 2016 den ECHO-Klassik für ihr Album Kaleidoscope.

Wenn Du magst, lausche doch zuerst dem Klavierspiel und lies danach die Übersetzung des französischen Gedichts von Stefan Zweig. Lass Dich verzaubern...




 

Mondschein


So seltsam scheint mir deine Seele, wie
ein Park, durch den ein Zug von Masken flimmert,
doch Tanz und ihrer Lauten Melodie
verbirgt nur Schmerz, der durch die Masken schimmert.

Von Liebe singen sie, bespöttelnd ihr Geschick,
doch Mollklang macht das lose Klimpern trüber,
es scheint, sie glauben selbst nicht an ihr Glück,
und leise rinnt ihr Lied in Mondschein über.

Im Mondschein, der, sanfttraurig, blass und blank,
die Vögel träumen lässt hoch in den Bäumen
und schluchzen die Fontänen, dass sie schlank
und schauernd in die Marmorschalen schäumen.

Paul Verlaine
Übersetzung von Stefan Zweig

Im YouTube-Kanal der Lebenslilie findest Du auch eine bezaubernde Version mit winterlichen Bildern. Gespielt wird Clair de Lune hier von dem Pianisten Yuli Lavrenov, für den die Lebenslilie auch einige Video-Clips gestaltet hat.

25 November 2017

Der Nagel

Ein Kaufmann hatte auf der Messe gute Geschäfte gemacht, alle Waren verkauft und seine Geldkatze mit Gold und Silber gespickt. Er wollte jetzt heimreisen und vor Einbruch der Nacht zu Haus sein. Er packte also den Mantelsack mit dem Geld auf sein Pferd und ritt fort. Zu Mittag rastete er in einer Stadt; als er weiter wollte, führte ihm der Hausknecht das Ross vor, sprach aber:

„Herr, am linken Hinterfuß fehlt im Hufeisen ein Nagel.“

„Lass ihn fehlen“, erwiderte der Kaufmann, „die sechs Stunden, die ich noch zu machen habe, wird das Eisen wohl festhalten. Ich habe Eile.“

Nachmittags, als er wieder abgestiegen war und dem Ross Brot geben ließ, kam der Knecht in die Stube und sagte:

„Herr, Euerm Pferd fehlt am linken Hinterfuß ein Hufeisen. Soll ich's zum Schmied führen?“

„Lass es fehlen“, erwiderte der Herr, „die paar Stunden, die noch übrig sind, wird das Pferd wohl aushalten. Ich habe Eile.“

Er ritt fort, aber nicht lange, so fing das Pferd zu hinken an. Es hinkte nicht lange, so fing es an zu stolpern, und es stolperte nicht lange, so fiel es nieder und brach ein Bein. Der Kaufmann musste das Pferd liegen lassen, den Mantelsack abschnallen, auf die Schulter nehmen und zu Fuß nach Haus gehen, wo er erst spät in der Nacht erlangte.

„An allem Unglück“, sprach er zu sich selbst, „ist der verwünschte Nagel schuld.“ Eile mit Weile.

Märchen der Gebrüder Grimm


Unter "eine Geschichte lesen" findest Du noch mehr Unterhaltsames, was auch einmal einen Denkanstoß geben kann.
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